Jugendkulturpreisverleihung 2022

23. Februar 2023

Über drei Monate sind nun vergangen, aber die Erinnerungen an den 19.11.2022 sind noch immer lebhaft und kraftvoll. Das Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis hatte im Jahr 2022 erneut das Privileg die oberbergische Jugend für ihr Engagement auszuzeichnen.

„Zusammenhalt! Gegen Hass Krieg und Rassismus“, so lautete das Motto des diesjährigen Jugendkulturpreises und, vielleicht auch weil diese Themen im letzten Jahr schmerzlich in unser aller Bewusstsein gerückt ist, haben sich in diesem Jahr viele Kinder und Jugendliche beteiligt. Acht Beiträge wurden eingereicht, so viele gab es bisher noch in keinem Jahr. Da fiel die Wahl der Jury schwer, denn alle Beiträge hätten einen Platz auf der Siegestreppe verdient. Auch die neunjährige Mia, die das Ausschreiben für den Jugendkulturpreis auf dem Schreibtisch ihres Vaters gesehen hatte, war ganz voller Eifer ihren Beitrag einzusenden. Zwar war die Altersgrenze bei ihr unterschritten, weswegen sie nicht am offiziellen Wettbewerb teilnehmen durfte, gewürdigt wurde ihr Beitrag trotzdem. Das, von ihr eingesendete, Bild mit dem Satz „Die Welt soll sich verändern“ wird Namensgeber und grafische Vorlage für den Jugendkulturpreis 2023 sein. Die Feierlichkeiten wurden in diesem Jahr im Lindenforum abgehalten, welches die zahlreichen Interessierten beherbergen konnte. Das Publikum war lebendig und durchmischt, von Vertreter*innen der Partnerinstitutionen des Netzwerks bis zu den Freund*innen der Teilnehmer*innen, aus Politik und Zivilgesellschaft waren viele unterschiedliche Menschen vertreten.

So divers wie das Publikum war auch die Abendgestaltung. Neben einigen einführenden Worten von Nadine Lindörfer und Inge Lütkehaus, die einen Einblick in die vergangenen Jahre im Netzwerk gegen Rechts gaben, wurde es musikalisch und inspirierend.

Die Keynote Speakerin in diesem Jahr war Bush.ida, eine Rapperin aus Köln, die in ihrer Ansprache die Rolle von Kunst und Kultur im politischen Engagement herausarbeitete und die ganz spontan einspringen konnte, da der eigentlich engagierte Nuran David Calis aus persönlichen Gründen spontan absagen musste. Die musikalische Begleitung an diesem Abend wurde von Merrah Sol und ihrem Mann Daniel Zielke geleistet, die neben eigenen Interpretationen großer Popsongs der letzten Jahrzehnte auch ein eigenes Lied der Künstlerin spielten, eines auf persisch. Merrah Sol, die selbst aus dem Iran stammt, brachte die Situation der iranischen Protestierenden auf sehr nahbare Art und Weise in den Abend.

Politisches Engagement in künstlerischem Gewand, das ist es was sich wie ein roter Faden durch den Abend zog und was die jungen Künstler*innen, die ihre Beiträge zum Jugendkulturpreis eingereicht haben mit den Künstler*innen, die schon etwas länger dabei sind und uns so unvergesslich durch den Abend geleitet haben, gemeinsam haben. Sie alle haben etwas zu sagen, zur Welt und zur Gesellschaft und haben ihre Stimme gefunden, um gemeinsam gegen Hass Krieg und Rassismus aufzustehen.

Vielen Dank dafür!

Die Beiträge, die eingereicht wurden, wurden bei der Preisverleihung vorgeführt und konnten die Anwesenden berühren und in die Perspektiven der Künstler*innen eintauchen lassen.

Unter den 3 ersten Plätzen waren zwei Videobeiträge und ein Poetry Slam, was zeigt, dass die Kunstformen, mit denen sich junge Menschen im Oberbergischen ausdrücken, ebenfalls mit der Zeit gegangen sind. Besonders hervorheben möchten wir den Beitrag „Blickkontakt“ von der Sekundarschule Nümbrecht-Ruppichteroth, die den zweiten Platz erhalten haben. Das Video zeigte uns auf, wie Vorurteile unseren Blick auf die Wirklichkeit verzerren und uns dazu bringen können, vorschnell eine*n Schuldige*n auszumachen. Auch die Gruppe der Realschule Waldbröl, die den dritten Platz erhalten hat und die mutiger Weise ihren Poetry Slam live auf der Bühne vorführte, konnte im ganzen Saal Menschen berühren. Der erste Platz mit dem Video „Wir sind nicht Schuld“ des Berufskollegs Dieringhausen spiegelte allen im Saal, dass Rassismus für die Betroffenen allgegenwärtig ist, dass es jedoch schon am einzelnen Menschen liegt, etwas dagegen zu tun.

Die Einsendungen, die nicht mit einem Preis ausgezeichnet werden konnten, sollten jedoch nicht unbeachtet bleiben und wurden überall im Saal ausgestellt und zogen während des abendlichen Ausklangs, bei Getränken und Fingerfood, alle Augen auf sich.

Insgesamt möchten wir uns als Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechts für das rege Erscheinen bedanken und besonders für die vielen Einsendungen und das beherzte Engagement der jungen Menschen im Oberbergischen Kreis – das macht zuversichtlich und vor allem Lust auf den nächsten Jugendkulturpreis!

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