Am 21. November 2025 kamen im Lindenforum Gummersbach zahlreiche junge Talente aus dem Oberbergischen Kreis zusammen, um beim Jugendkulturpreis ihre kreativen Werke und ihr Engagement feiern zu lassen. Unter dem Motto: „Erinnern heißt handeln! Für heute. Und morgen“ zeigten Jugendliche mit Projekten aus Kunst, Literatur und Musik Haltung für ein aktives Erinnern und machten sich für demokratische Werte stark.
Im Vorfeld waren junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren aus dem Oberbergischen Kreis dazu eingeladen worden, das Thema in einer eigenen kreativen Form zu interpretieren. Am Abend der Preisverleihung konnten Schüler*innen, Eltern, Geschwister, Lehrkräfte sowie Freund*innen und Vertreter*innen aus Politik und Presse die vielfältigen Arbeiten bewundern und den Jugendlichen ihren verdienten Applaus schenken.
Durch den Abend führte Nadine Lindörfer, die Projektleiterin des Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis. Die Politikwissenschaftlerin und Themenexpertin Ronja bereicherte das Programm mit einer eindrücklichen Rede. Für die musikalische Begleitung und Gestaltung sorgte die Band EXIT25 gemeinsam mit den Vorjahrespreisträgern Gabriel und Michel.
Frau Rosemarie Katzenbach, Stiftungsreferentin, und Herr Christian Brand, Bereichsdirektor der Kreissparkasse Köln, vertraten sowohl in der Jury als auch am heutigen Abend die Kulturstiftung Oberberg der Kreissparkasse Köln, ohne deren großzügige finanzielle Unterstützung dieser besondere Abend nicht so hätte stattfinden können.
Auch Vertreter*innen aus der Kommunalpolitik richteten persönliche Worte an das Publikum:
Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Gummersbach, Helga Auerswald, erinnerte an die Bedeutung eines entschlossenen „Nie wieder“ im Angesicht der Geschichte und der aktuellen Zunahme rechtsextremer Tendenzen. Sie hob hervor, wie wichtig das Engagement junger Menschen für Vielfalt und Demokratie ist. Auch Lothar Palubitzki, stellvertretender Bürgermeister der Hansestadt Wipperfürth, würdigte das Engagement der Jugendlichen, indem er seine Bewunderung über die klare Haltung der jungen Menschen zum Ausdruck brachte.
Ebenfalls auf die Bühne trat Monika Güdelhöfer, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Engelskirchen, die ihre Freude über kreative Beiträge zum Schutz demokratischer Werte verdeutlichte.
Im Anschluss wurden die Werke der Preisträger*innen auf der Bühne präsentiert und von Nadine Lindörfer mit Preisen geehrt.
Der dritte Platz (200 Euro) ging an den Religionskurs der Klassen 7a–d des Erzbischöflichen Sankt-Angela-Gymnasiums Wipperfürth. Die Schüler*innen hatten ein Video zum Thema Nationalsozialismus und der Verfolgung jüdischer Menschen erstellt. Beeindruckend für die Jury war die große Zahl an Beteiligten, die in verschiedenen Gruppen gemeinsam ein stimmiges Projekt auf die Beine stellten. Im Video wurde aus bemalten Steinbuchstaben das Wort Fehler gelegt, das sich durch Umstellen der Buchstaben in Helfer verwandelt – begleitet von Musik und Sprechgesang. Unter großem Beifall nahmen die Schüler*innen ihren Preis entgegen.
Der zweite Platz (300 Euro) ging an Anastasia A. aus Engelskirchen. Sie präsentierte eine Collage sowie ihren Text „Flamme“ – ein poetischer, kraftvoller Beitrag über das Risiko, dass sich Geschichte wiederholt, und die Gefahr des Schweigens. Anastasia ruft dazu auf, zu fühlen, was einst geschah, um heute verantwortungsvoll zu handeln. Die Jury lobte ihre Arbeit als tiefgründige Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart, und auch das Publikum war sichtbar bewegt.
Den ersten Platz (500€) erhielten die angehenden Malerinnen und Maler im zweiten Ausbildungsjahr des Berufskollegs Dieringhausen mit ihrem Projekt „HALTUNG braucht keinen Anstrich. Handwerk gegen Rassismus“. „Sie nutzten die Stupf- und Wickeltechnik – eine Gestaltungsweise, die in der Nachkriegszeit häufig genutzt wurde – und kreierten damit individuelle Hintergründe, die sie mit persönlichen Sprüchen gegen Rassismus in auffälligen Neonfarben kombinierten – laut, klar und unübersehbar. Ihre Botschaft ist eindeutig: Für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde. Farbe bekennen heißt Verantwortung übernehmen.“ Die Begeisterung und das Interesse über die entstandenen Werke war im Saal deutlich spürbar.

Nach der Verleihung wurde noch zu anschließenden Gesprächen bei Essen und Getränken eingeladen. (Der Abi Jahrgang 2026 des Lindengymnasium stellt das Catering gegen Spende. Für Personen bis 21 Jahre war das Essen kostenlos). Auch alle weiteren Einreichungen wurden im Saal ausgestellt und konnten von den Besucher*innen nach der Verleihung angesehen werden.
Die Inspiration, die von den jungen Engagierten ausging, blieb im Saal spürbar und begleitete die Zuschauer:innen sicherlich auch über den Abend hinaus.




